Auf die Berg bin i gern

Im letzten Sommer entdeckte ich eine alte Leidenschaft neu: Das Wandern und Bergsteigen. Mit einer grössteils neuen Ausrüstung, festem Schuhwerk und voller Motivation fand ich mich auf über zehn verschiedenen Gipfeln wieder. Ein Überblick.

Im alten Tourenbuch findet sich die letzte Eintragung vom Oktober 2005 – eine Wanderung auf den Schöckl (1445 Meter), gemeinsam mit meiner Familie. Das neue Wanderjahr beginne ich zufälligerweise genau mit der gleichen Wanderung und ebenfalls mit meiner Familie. Der Grazer Hausberg sollte dabei nicht unterschätzt werden. Bei Schwüle und schönstem Sonnenschein ging es, die Tochter erstmals im Wanderrucksack am Rücken, über einen steinigen und rutschigen Pass steil hinauf. Oben bietet sich eine Einkehr im Steinberghaus an, sowie eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn.

Rote Wand
Rote Wand

Die Rote Wand (1505 Meter) nach Frohnleiten ist ein begehrtes Ziel für Kletterer. Die Wanderung selbst ist sehr leicht und angenehm zu gehen. Am ausgesuchten Tag war es sehr windig, bewölkt und es nieselte leicht. Während der ganzen Wanderung begegneten mein Vater und ich keiner Menschenseele. Kurz vor dem Gipfelkreuz dann ein prächtiger, seltener Anblick: Über fünfzehn Steinböcke grasten friedlich vor mir. Über die Tyrnaualm und auf einem schmalen Pfad ging es zurück zum Parkplatz.

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Rennfeld

Das nächste Ziel – das Rennfeld (1629 Meter) bei Bruck an der Mur. Gemeinsam mit einem guten Freund, der Chips beim Wandern als Versorgung mit hatte, bin ich top motiviert und frohen Mutes an einem schönen Tag von Frauenberg losgegangen. Dann haben wir glatt die richtige Abzweigung verpasst. Nachdem wir sicher eine gute Stunde in die falsche Richtung gingen und uns wunderten, dass es statt bergauf nur mehr bergab ging, fragten wir einige Einheimische bei einer Hütte um Rat.

Diese empfahlen uns dann eine Route über den Buchecksattel, die dann zwar noch länger dauerte, sich jedoch schlussendlich als Glücksgriff herausstellte: Durch schöne Wälder hindurch, Waldwiesen soweit das Auge blickt, bis zu Blaubeerfeldern und einem grandiosen Ausblick auf den Hochlantsch. Das letzte Stück war sehr steil – kurze Regenschauer stellten sich als sehr intensive Schweißschübe heraus – doch dann hatten wir es geschafft und kamen in Genuß einer traumhaften Aussicht sowie eines kühlen Sauschneiders und der mitgebrachten Jause (und Chips!) bei der Ottokar-Kernstock-Hütte. Den Abstieg nahmen wir dann richtig und kehrten gut zum Auto zurück.

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Hohe Veitsch

Schon bei der Anfahrt zur Hohen Veitsch (1981 Meter) bemerkten mein Vater und ich die großen Wolkenberge rund um die steile Wand, die es zuerst zu besteigen gilt. Wir hofften aber auf einen Wetterumschwung und gingen dennoch los. Der Aufstieg fiel mir angenehm leicht, ich fühlte mich sehr fit. Oben beim Graf-Meran-Haus begann starker Nebel um sich zu greifen, in der Ferne war auch ein Schneefeld zu erkennen.

Zum Gipfelkreuz ging es bei eisigem Wind und keine zehn Metern Sicht. Zurück zur Hütte, wo angenehm geheizt wurde, und Jausen-Pause. Danach an Rindern mit Kälbern vorbei den Teufelssteig hinunter. Nicht ungefährlich bei all der Feuchtigkeit! Retour zum Parkplatz ging es dann an zahlreichen lustigen Wegweisungsschildern mit falschen Zeitangaben – da muss es wohl ein Sonderangebot der Schilderfirma gegeben haben…

Kesselfallklamm
Kesselfallklamm

Ein Ausflug zur Kesselfallklamm (672 Meter) bei Semriach lohnt sich sehr aufgrund der schönen Naturbilder dort. Meiner Tochter gefiel insbesondere ein kleinerer Teich ungefähr in der Mitte der Klamm, die ja als „kleine Schwester“ der Bärenschützklamm bei Mixnitz gilt. Nach dem Klammausstieg findet man die alte Gleitbauern-Mühle vor, die längst dem Verfall preisgegeben wurde. Einige Leitern ging die Tochter sogar selbst, sonst war sie bei mir im Tragerucksack. Wir kauften auch einen Creméhonig beim örtlichen Gasthaus. Der ist aber eher nicht zu empfehlen.

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Hochlantsch

Aufgrund meines Großvaters, der in der Nähe des Hochlantsch (1720 Meter) Senner auf einer Alm war, kenne ich mich in diesem Gebiet gut aus und war schon oftmals oben. Los ging es vom Parkplatz in Mixnitz, dieses Mal mit meiner Schwester und ihrem Freund. Über die Bärenschützklamm, die diesmal viel Wasser hatte, schritten wir bei nicht ganz so schönen Wetter zügig voran. Beim Guten Hirten vorbei bis Schüsserlbrunn, dort kurze Schokoladenpause und dann der Aufstieg zum Gipfel.

Leider ist der Berg bei sehr vielen Menschen sehr beliebt, dementsprechend viele waren unterwegs. Mit guten Ausblick auf das Rennfeld ging es durch Latschen die letzten Meter voran. Oben am Kreuz war der Himmel sehr bewölkt und ein eisiger Wind pfiff. Schnell der Abstieg wieder zu Schüsserlbrunn, dort ein gutes Gulasch, danach weiter zum Guten Hirten und schließlich über den sogenannten Prügelweg zur Schwoaga-Alm, wo mein Großvater so lange und ich viele Sommer bei ihm war.

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Großer Bösenstein – Kleiner Bösenstein – Großer Hengst

Herrlichstes Bergwetter begleiteten eine Freundin und mich bei unserem Aufstieg zum Gipfel des Großen Bösenstein (2448 Meter). Rund um uns mächtige Berge, kristallklare Seen und die pure Schönheit der Natur. Kurz vor dem Gipfelkreuz eine Herde Steinböcke, die friedlich schlummerten und majestätisch dabei schnaubten. Über den Kamm ging es weiter zum Kleinen Bösenstein (2395 Meter), der Wind nahm zu. Am frühen Nachmittag kamen wir dann beim Großen Hengst (2156 Meter) an. Bei bester Fernsicht wurde dann gut gejausnet.

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Hochturm

Von Präbichl ging es einige Tage später mit derselben Freundin und ihrem Vater hinauf zum Hochturm (2040 Meter). Bei der Leobener Hütte kurze Rast, danach über Almenboden und vorbei an Kühen über gatschige Pfade immer höher. Es wurde heiß und steil. Schon nach einer Stunde waren wir dann am Gipfelkreuz. Die Stille oben am Berg war unbeschreiblich – nur vereinzelt konnte man das ferne Brummen eines Flugzeuges hören. Die Wiese weich, die Fernsicht gewaltig. Abstieg dann etwas anstrengender, die Hitze nahm zu.

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Hochschwab

Der Abschluss meines Bergsommers: Eine von meinem Vater und mir lang geplante Tour auf den Hochschwab (2277 Meter). In der Früh vom Parkplatz beim Bodenbauer los, bestes Bergwetter, nicht zu heiß und doch Sonnenschein. Kurze Pause vor dem G’hackten, dann ging es weiter, immer weiter rauf. Am Gipfel angekommen war ich überwältigt, wir fielen uns in die Arme: Endlich am Schwaben oben! Das Wetter hätte nicht besser sein können. Nach einer guten Jause ging es am Plateau entlang, vorbei an Eis- und Schneefeldern. Beim Abstieg durch die Latschen ging mir leider das Wasser aus. Da halfen auch die Pfiffe der Murmeltiere nix – über das kühle Bier bei der Häuslalm freute ich mich dann besonders. Gemütlich ging es dann durch Wälder zurück zum Parkplatz. Was für eine Tour – und was für ein Abschluss eines grandiosen Sommers!

 

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