Betta splendens

Der Aquarienhändler G. im Annenviertel ist schon seit 30 Jahren im Geschäft. Ein kurzer Lokalaugenschein.

Aquarium reiht sich an Aquarium, Vogelkäfig an Vogelkäfig, neben Mäusen in Haltungsboxen gibt es Hundefutter im Sonderangebot. Die Luft ist heiß, nahezu stickig, es riecht nach Tieren und irgendwie nach Zoo. Im Aquarium mit den Neonfischen flutscht eine Schnecke an der Scheibe entlang und fällt sachte schwebend auf den kitschigen bunten Grund des Beckens. Tote Fische schwimmen neben lebenden, schöne gesunde Fische neben sterbenden, das 3-Zimmer Geschäft wirkt trotzdem gemütlich und archaisch, sehr archaisch.

Wasserpflanzen kauft man hier laut Aquarianern nicht, die Kampffische vom Herrn G. zählen jedoch zu den Schönsten weit und breit, munkelt man. G., ein großer hagerer Mann mit sympathischem Schnauzbart, ist seit 30 Jahren im Geschäft. Greißlerartig, würde er es beschreiben. Sein Umgang mit Kunden ist freundlich, die Stammkunden zahlreich.

Sich gegen große Ketten wie Fressnapf zu behaupten, ist schwer, aber ihm gelingt’s doch sehr erfolgreich. Das Angebot ist für einen kleinen Laden sehr groß, Hobby-Aquarianer bekommen bei einigen Kostbarkeiten unter den Fischen große Augen. Aber auch für Anfänger oder solche, die es noch werden wollen, gibt es genug Auswahl, G.hilft sogar beim Aufbau und beim Einrichten.

Dazu gibt’s passend ein 50 Liter Becken im Angebot. Das Einrichten gemeinsam mit den Kunden ist sowieso das Schönste, meint Herr G. Selbst Aquarianer ist er schon lange keiner mehr, ihm reiche das Putzen und Instandhalten seiner Becken im Geschäft. Schildkröten verkauft er auch, eine klettert auf einen Ast und plumpst ins Wasser, immer und immer wieder.

Bilder von meinen Aquarien sind immer verschwommen, unterbelichtet oder grausig. Das geht, einigermaßen.

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