Bock auf Journalismus!

Mein Studienabschluss kommt in schnellen Schritten näher. Und immer öfters sehe ich mich mit der Frage konfrontiert, wohin es denn nun mit mir gehen soll. Wo im Journalismus möchte ich denn arbeiten? Was möchte ich denn einmal schreiben? Es folgt der Versuch einer Erklärung – und ein Statement.

Ich habe keinen Bock darauf, über so ziemlich jedes Thema, das in den Medien ist, schnell einen Blogbeitrag zu verfassen oder meinen Senf dazu zu mengen, nur um geringe neue Gedanken oder bereits x-mal vorgekaute andere Meinungen wieder zu geben. Ich habe keine Lust, solche Beiträge zu schreiben, nur um möglichst viele Klicks und eine große Reichweite zu erhalten und um so meinen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Ja, ich bin einer dieser ewiggestrigen Jungen, die meinen, dass es anders auch noch geht. Die einen gewissen Idealismus in sich spüren. Ich will über solche Dinge schreiben, die man in unseren Medien eher selten findet. Ich bin auf der Suche nach solchen Themen, nach Themen, die vielleicht nicht die breite Masse interessieren, sondern nur wenige. Daraus gewinne ich meinen Mehrwehrt: Daraus beziehe ich meine Genugtuung, die jeder Journalist und jede Journalistin dabei spürt, wenn seine und ihre Texte gelesen werden. Ich klinge vielleicht in manchen Ohren arrogant und überheblich, wenn ich meine, dass ich den außergewöhnlichen Blick auf das schnöde Allgemeine, auf den im ersten Moment tristen, faden Alltag besitze; Dass ich Uninteressantes interessant schreiben kann. Aber das ist meine Stärke. Deswegen studiere ich Journalismus. Deswegen möchte ich in diesem Bereich später arbeiten, auch wenn es – aufgrund des Arbeitsmarktes und bei meinem Pech – wahrscheinlicher sein wird, dass ich meinem zuerst erlernten Beruf nachgehen werde.

Auf lange Zeit hin sehe ich jedoch im Journalismus meine Zukunft. Besser gesagt: im Literarischen Journalismus. Ich mag es, größere und längere Reportagen zu schreiben. Mich in einer Geschichte zu verlieren, um schlussendlich doch einen Kreis zu ziehen. Ich liebe es, den Blick auf Details zu werfen, auf diese kleinen Dinge in unserem Leben, die wir oftmals übersehen oder nicht schätzen. Sie auszuschmücken und dadurch an Tiefe zu gewinnen. Ich will mich noch mehr spezialisieren, auf diese journalistische Sonderform, noch mehr der Hege und Pflege dieser in Österreich viel zu seltenen Form nachgehen.

Und ja. Ihr habt recht. Manchmal werde ich meinen Ansprüchen nicht gerecht. Manchmal regt mich ein durchgekautes Thema so furchtbar auf, dass ich es auch nochmal zubereite, koche und verteile. Es sei mir verziehen. Durch solche Ausrutscher lerne ich, mich selbst in meinem journalistischen Denken und Handeln kritisch zu hinterfragen. Und das ist gut so.

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