Da Wüde auf seina Maschin‘

Frei nach Qualtinger, ein Wilder war ich auch mal. Meine Maschin‘ war zwar nur ein Maschinchen, hatte knappe 2 PS und erreichte bei starkem Rückenwind und bergab satte 47 km/h.

Trotzdem gab ich den Traum Maxi zu fahren (den ich auch kurz leben durfte) niemals so richtig auf, auch jetzt noch schau ich mehrmals auf diverse Internetseiten, auf denen Mopeds angeboten werden, und stelle mir vor, wie ich auf einer Puch MV50 aus dem Jahr 1970 dahinbrause. Es geht nicht um Geschwindigkeit, es geht um Stil. Meine erste und einzige Maxi erstand ich in Weiz, mein Tata fuhr mich mit dem Motorrad hin, mit einer blauen S2 fuhr ich stolz hinter ihm wieder zurück. An Kreuzungen spielte ich gerne mit dem Gas, wenn mich Autos oder gar andere Mopeds überholten, versuchte ich besonders lässig drein zu blicken.

Schwärzester Tag in meiner Moped-Geschichte war jener, an dem ich von einem Fahrradfahrer gedemütigt wurde, der lange in meinem Windschatten fuhr und mich dann gnadenlos überholte. Für einen kurzen Moment dachte ich daran einfach mit dem Moped links auszuscheren und den Angeber von seinem hohen Ross zu werfen, aber ich bin doch im Grunde genommen ein friedliebender Puchfahrer.

Gewesen. Nach mehreren Basteleien am Motor mit einem Freund, der mir versicherte, dass wir „locker noch zwei, drei extra-km/h rausholen können“,  hatte ich einen Kolbenreißer, trotz mehreren Reperaturversuchen und einer zwischenzeitlichen Rundfahrt (bis der Motor stotternd abstarb und ich, mit Tränen in den Augen, mein geliebtes Moped wieder heim schob) war meine Puch Maxi nicht zu retten.

Lange Zeit stand sie, einsam und verlassen, hinten beim Schuppen. Zu ihr gesellten sich dann nach mehreren Monaten eine Puch Maxi Sport 2 (Modell mit langer Sitzbank, Blinker und Schaltung) sowie eine Puch Silverspeed (ohne Blinker). Beide waren kaputt, nicht mehr funktionsfähig, schließlich fand sich ein Bastler, meine Maxi fuhr davon. Vor kurzem entdeckte ich sie, offensichtlich repariert, in einem Angebot auf einer Seite im Internet. Vielleicht bricht wieder der Wüde in mir durch – geht ja schließlich um Stil, nicht um Geschwindigkeit.

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