die stadt weinte

ich war nicht dabei. saß im zimmer und arbeitete. sah auf den esperanto platz hinunter und hörte die sirenen. immer mehr. sie rasten vorbei, die straße hinunter. rettung, polizei. etwas großes musste passiert sein. ich las die ersten meldungen. mir wurde schlecht. furchtbar schlecht. griff zum telefon, telefonierte lange, geht es allen gut, sie bejahten, was sei denn los. es begann zu regnen. die stadt weinte. ich weinte.

am abend las ich das posting des mannes, der jener partei vorsteht, die in österreich derzeit und, seit ihrer gründung, ein in meinen augen furchtbares rassistisches und menschenverachtendes programm propagiert. dem in solchen stunden der trauer, angst und hilflosigkeit nichts anderes einfällt, als weiterhin menschenhetze und wut zu verbreiten. ich weiß nicht, ob ich mit so einem menschen mitleid haben sollte. ich weiß aber ganz sicher, dass alle, die jetzt noch immer dieser partei mitgliedschaft oder sympathie zollen, auf der seite dieses mannes stehen und seine tat gutheißen. und mich das mit ekel erfüllt.

ich weiß nun auch, dass ich es sicher nicht gutheißen kann, wenn sich auch nur irgendjemand dieser blauen bagage beim geplanten trauermarsch sehen lässt. denn das haben die opfer nicht verdient. das haben sie nicht verdient.

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