Doručak trifft Frühstück.

Gerade eben noch auf der Straße dahingebraust, den kühlen Fahrtwind genossen, gleichzeitig die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht gespürt, setze ich mich in meinen Stuhl am Balkon. Träge bewegen sich die Äste eines nahen Baumes in der leichten Brise. Es ist heiß. Neben mir duftet der frische Kaffee, wartet die Milch, schmilzt die Butter auf den noch warmen Brötchen, sprudelt das Mineralwasser im Glas. Promjena kulisa.

Gemeinsam mit G. erklimme ich die Stufen, die uns auf die Terasse unserer kleinen Pension führen. Vom Hausherren werden wir mit einem freundlichen Dobro Jutro begrüßt, er weist uns zwei Plätze nahe des Balkons zu, wir setzen uns, er schenkt im Hintergrund zwei Gläser Schnaps ein. Es ist heiß. Vor uns ein Berg an Wurst, Käse, Butter, Marmelade, Honig, Kaffee, Milch, Zucker. Neben uns ein Ausblick auf das Meer. Geräusche wie Wellenrauschen und Kreischen der Möwen. Von fern das Tuckern eines kleinen Bootes. Die Stadt schläft noch, so scheint es. Der Hausherr schlurft heran. Rakija?, fragt er lächelnd. Wir bejahen beide. Szenenwechsel.

Ich düse mit dem Rad dahin. Überall erwachen die Leute, kleine Kinder spielen bereits auf der Straße, Nachbarn tratschen auf dem Gehsteig, Hunde beschnuppern Bäume. Die Sonne durchbricht die Blätterdächer der Bäume, wirft Schatten auf die Straße, wirft Schatten auf mich. Mich überkommt ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. Früh am Tag, warme, angenehme Temperaturen, die Aussicht auf baldiges Frühstück, Rad fahren. Freundlichkeit und Wärme überall im Kiez. Händler bauen ihre Stände auf, neues Obst wird in Regale geschlichtet. Eine Frau schimpft mit einem kleinen Jungen, der blickt verstohlen zur Seite. Pärchen gehen Hand in Hand spazieren, Katzen räkeln sich. Es fühlt sich alles wunderbar an. Man fühlt sich wohl. Ich fühl mich wohl. Promjena kulisa.

Wir spazieren den schmalen Weg zum Strand hinunter. Knorrige, alte Bäume strecken ihre dicken Äste, meine Hand fährt an der kühlen Mauer eines Hauses entlang. Es duftet, mancherorts wird bereits das Mittagsmahl zubereitet, einige junge Studenten bereiten ihr Frühstück auf dem Balkon zu, ein kleines Mädchen winkt uns, frech die Zunge herausstreckend. Die Stadt erwacht, man hört Mopeds, sieht einige Autos. Wir erreichen den Strand, nur wenige sind auch schon da, wir haben noch freie Platzwahl. Das Meer glitzert, lädt einen ein. Ein Blick genügt – wir lassen unsere Sachen fallen, springen hinein. Es fühlt sich wunderbar an.

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