Gedenkveranstaltung

Nach der Fertigstellung meiner multimedialen Reportage wurde schnell klar: Damit allein bin ich nicht zufrieden. Deswegen setzte ich einiges in Bewegung, damit für Erinnerung und Mahnung mehr getan wird als „nur“ das Schreiben einer Reportage. Zum Teil habe ich das nun erreicht – in Gratkorn findet eine Gedenkveranstaltung statt.

Meine gesamte Kindheit verbrachte ich in Gratkorn. Genauer gesagt im Ortsteil „Dult“. Wiesen, herrliche Wälder, ein lustig dahinfließendes Bächlein. Und dennoch ist die Dult „kontaminierte Landschaft„:

Am 4. April 1945 wurden hier ungarische Juden, die zuvor einer Todesmarschkolonne entkommen waren, von SS-Soldaten hingerichtet. Bis zur Veröffentlichung meiner multimedialen Reportage über die damaligen Ereignisse bereitete man im Ort lieber den Mantel des Schweigens darüber. Ich merkte rasch, dass aus dem ursprünglichen privaten Interesse an dieser „Weltkriegs-Story“ mehr wurde. Ein innerer Drang nahezu, darüber zu berichten, es aufzuarbeiten. Das bin ich, das sind wir den Opfern schuldig.

Mit der am 8. November 2014 um 19:00 Uhr stattfindenden Gedenkveranstaltung in der Musik- und Kunstschule Gratkorn setzt die Marktgemeinde Gratkorn nun ein deutliches Zeichen gegen Vergessen und für das Erinnern und Mahnen an die Zeit des Nationalsozialismus in Österreich – und insbesondere an die oftmalig vergessene Thematik der Todesmärsche von KZ-Häftlingen. Ab 1944 wurden frontnahe Konzentrationslager von SS aufgelöst und inhaftierte Häftlinge zu Gewaltmärschen in andere Lager gezwungen. Im Jahr 1945 führten zahlreiche Todesmärsche auch durch die Steiermark und hinterließen dabei eine Spur des Todes: Geschwächte Häftlinge starben an Unterernährung, Seuchen oder Erschöpfung; bewegungsunfähige Häftlinge wurden allerorts ermordet und es kam zu zahlreichen Massakern, so auch in Gratkorn.

Der jüdische Friedhof in Graz - hier wurden einige der in Gratkorn ermordeten ungarischen Juden bestattet.
Der jüdische Friedhof in Graz – hier wurden einige der in Gratkorn ermordeten ungarischen Juden bestattet.

Ein Abend im Zeichen gegen das Vergessen

Neben einführenden Worten meiner Wenigkeit über die damaligen Geschehnisse in Gratkorn wird Karl Albrecht Kubinzky, Historiker aus Graz, einen Überblick zu den Todesmärschen im Jahr 1945 geben. Auch Rainer Possert, Aktivist für eine Gedenkstätte im ehemaligen Anhaltelager in Liebenau, Graz, hät einen Vortrag zu der Geschichte des sogenannten Lager V in Graz. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Karl Haidmayer und Karlheinz Pöschl.

Die Veranstaltung selbst wird als Informationsveranstaltung geführt, nach der Veranstaltung wird es im Foyer der Musik- und Kunstschule noch die Möglichkeit geben, mit den Vortragenden und mir in das Gespräch zu kommen.

Im Überblick

Datum: 08. November 2014

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Ort: Musik- und Kunstschule
Schulgasse 6a, 8101 Gratkorn

In der Kleinen Zeitung GU-Nord vom 05. Oktober 2014 wurde dank Robert Preis ebenfalls über die Veranstaltung berichtet.
In der Kleinen Zeitung GU-Nord vom 05. Oktober 2014 wurde dank Robert Preis ebenfalls über die Veranstaltung berichtet.
In der Woche GU-Nord vom 29. Oktober 2014 wurde dank Katharina Grasser ebenfalls ausführlich berichtet.
In der Woche GU-Nord vom 29. Oktober 2014 wurde dank Katharina Grasser ebenfalls ausführlich berichtet.

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