Graz hat Charme

Meine Füße baumeln von der Bürgerbastion. Mein Blick schweift über diese schöne, liebliche Stadt, die mir vor Füßen liegt. Die Mur schlängelt sich träge dahin, glitzert verführerisch zu mir herauf. Vom alten Stein kriecht die Wärme in meine müden Glieder, von oben strahlt die überdurchschnittlich warme Frühlingssonne auf mein Haupt. Ich bin in Graz.

Die ganze Woche lockt der Schloßberg. Ich sehe ihn von der Ferne, nicke ihm bestätigend zu. Bald. Und dann wechsle ich die Murseite, erklimme den Kriegssteig, ersteige Stufe für Stufe. Immer höher. Bis ich schließlich im echten Schatten des Uhrturms stehe, zwar außer Puste, aber voller Vorfreude. Voller Vorfreude auf den Ausblick, der sich mir bieten wird.

Auf ziegelrote Dächer, kantig, hart, und doch schön anzusehen. Auf Menschen, groß wie Ameisen, die sich durch die Straßen, über den Hauptplatz bewegen. Auf Straßenbahnen, die sich dahinwälzen, auf die Lichtbilder des Kunsthauses, auf die beständige Murinsel, die umschäumt daliegt. Auf mein Viertel, Plätze, markante Wegpunkte.

Graz hat eine Wirkung auf mich, die ich schwer erklären kann. Nicht nur dann, wenn ich oben am Schloßberg stehe – nur wird mir hier erst die wahre Anziehungskraft bewusst. Dieses Gefühl ist gut. Fühle mich wohl und geborgen in einem bestimmten Charme dieser doch so kleinen Stadt.

2 Antworten auf “Graz hat Charme

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