Leben.Kuchen

Lebkuchen sind nicht immer nur Lebkuchen. Zumindest die von meiner Großmutter, die sind mehr als fades Weihnachtsgebäck. Die gibt es über das ganze Jahr, für sämtliche Freunde, für die ganze Familie. Egal ob beim Lernen, beim alltäglichen Frustessen oder beim sonntäglichen Tatort. Lebkuchen verbinden, egal ob an der Uni oder an der Schule.

Lebkuchen werden zu „Überleb“-kuchen auf der Maturareise, wenn man gerade an einem knabbernd knapp so dem Unfalltod im Auto entgeht, weil man auf eine Kreuzung irgendwo auf den Straßen in Kroatien einrollt und der erste Gang nicht hineinwill, derweil das entgegenkommende Auto (sicherlich ein Zastava) nicht die Spur an Geschwindigkeit verliert.

Lebkuchen schmecken nicht nur gut, sie duften auch noch, und jenes olfaktorische Erlebnis ruft einem Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach, als man noch Hand in Hand mit dem Großvater spazieren ging. Lebkuchen wurden nicht nur an der Front geteilt, gebrochen, gegessen, genossen, sie wurden schon vor 38 zubereitet, genauso wie nach 45, wobei es aufgrund von Lebensmittelknappheit ein wenig dauerte.

Dennoch, ein Genuß, der bis heute besteht. All die Jahre dasselbe Rezept, welches nun von der Großmutter weitergegeben wurde, für den Fall der Fälle, wie sie meinte. Damit man auch in Zukunft mitten im Sommer Lebkuchen nascht.

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