Mein Leben mit einem Windows Phone

Mein Leben mit meinem Nokia Lumia 610 ist nicht immer einfach. Aus gegebenen Anlass ein paar Zeilen.

Vor zwei Jahren beschloss ich, aufgrund meiner Studienwahl, mir ein Smartphone zuzulegen. Ein Einstiegsmodell sollte es werden, eines, dass man leicht bedienen kann. Handlich, leicht, gute Leistung, ausreichende Akkulaufzeit, das Übliche. Und dann lies ich mir vom netten Herren des telering-Shops einreden, mir ein Windows Phone, genauer gesagt ein Nokia Lumia 610 zu kaufen.

Ein Smartphone, dass seither mein Leben recht abenteuerlich gestaltet. Gelegentlich vibriert es. Ich weiß nicht warum. Gelegentlich schaltet es sich aus. Ich weiß nicht warum. Es ist langsam. Hängt sich auf, friert ein. Von jedem Freund und jeder Freundin mitleidig belächelt gehe ich mit meinem Lumia durch den Alltag. Und doch: ab und zu erhascht man anerkennende Blicke ob des Mutes, ein Windows Phone zu verwenden.

Grundsätzlich finde ich das Betriebssystem nicht schlecht. Wirklich nicht. Dass meine Facebook-App gefühlte fünf Minuten braucht, um sich zu öffnen, ist reine Gewohnheitssache. Dass es dann nochmal -trotz guter Internetverbindung- gezählte fünf Minuten braucht, um die neuesten Nachrichten anzuzeigen, ist manchmal nervig. Dass es recht häufig nach dem Anklicken diverser neuer Nachrichten und Mitteilungen einfach die App schließt und ich wieder beim Desktop lande, ist mit der Zeit lästig geworden. Doch ich bin geduldig.

Denn die Twitter-App funktioniert beispielsweise recht gut. Deswegen twittere ich auch recht viel. Möchte ich jedoch ein Foto hochladen, sieht die Geschichte dann schon ganz anders aus. Denn dann hängt es vom Eigenleben meines Nokias ab, ob dieses Foto nun tatsächlich getwittert wird oder nicht. Aber auch daran habe ich mich gewöhnt.

Was ich jedoch partout nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass mein wertes Lumia die schlechte, ich möchte schon schreiben rüpelhafte Angewohnheit hat, SMS nicht sofort zu versenden. Sondern erst Monate danach. Versicherte mir zwar ein telering-Mitarbeiter, dass das theoretisch nicht möglich sei, da SMS nach einem Monat gelöscht werden, haben heute geschätzte zwanzig Personen SMS von mir bekommen, wo ich ihnen „Prosit Neujahr“ wünsche. Das war vor vier Monaten.

SMS versendet also mein Lumia erst nach einigen Monaten. Dann aber gesammelt. So bekommen Freunde und Freundinnen auf einmal bis zu 40 SMS. Und ich verliere innerhalb einer Stunde knapp 400 meiner 1000 Frei-SMS. Diese schweren Zeiten stellen meine Beziehung zu meinem Windows Phone auf eine sehr harte, wenn nicht sogar unerträgliche Probe.

Weitaus schlimmer jedoch ist die Erklärungsnot, in die ich durch mein Windows Phone komme. Freunde und Freundinnen melden sich verständlicherweise verwirrt, was denn los sei. Dass sie gerade nicht daheim sind. Dass sie heute abend nicht zu einer Veranstaltung kommen, da diese Veranstaltung ja schon längst stattgefunden hat. Dass Neujahr vor vier Monaten war. Einige schreiben mir, dass sie sich auf den Weg machen. Weil ich vor zwei Monaten fragte, ob wir uns treffen können. Andere schreiben mir wütend zurück. Wenn SMS an Exfreundinnen gehen beispielsweise.

So bin ich gezwungen, schnell jedem und jeder eine SMS zukommen zu lassen, dass mein Windows Phone schon wieder seine Tage hat. Mehr Sorge bereiten mir jedoch jene, die sicherlich SMS bekommen haben, mir aber nicht zurückschreiben. Oder sich gar nicht mehr melden deswegen.

Gerne würde ich übrigens kuriose Screenshots der Konversationen anhängen. Das geht aber nicht – mein Windows Phone kann keine Screenshots machen. Respektive funktioniert die App dafür nicht.

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