Nerdtalk: Batman VS Superman

Im März 2016 ist es soweit: Der Film „Batman V Superman: Dawn of Justice“ unter Regie von Zack Snyder wird in die Kinos kommen. Ich habe vorab schon den Trailer zum Film gesehen. Nerdtalk ist angesagt – einige Gedanken dazu.

Nach dem „neuen“ Superman Film Man of Steel (2013), ebenfalls unter Regie von Zack Snyder, wurde aufgrund diverser Easter eggs schnell  klar, dass auf derselben Welt, in der sich im Film Superman und Bösewichte ein Stelldichein gaben, irgendwo auch ein Batman herumgurkte. Mit dem von vielen schon heiß erwarteten „Batman V Superman: Dawn of Justice“ bestätigte sich diese Annahme. Wie auch der Titel zu verstehen gibt, ist Kampf, Rivalität und Action zwischen den beiden Superhelden, von denen nur einer tatsächlich Superkräfte hat, zu erwarten. Die Produktion wird die zweite innerhalb des „DC Cinematic Universe“ sein, bis 2020 sind weitere zehn Filme vorgesehen. Mit an Bord sind neben Henry Cavill (Superman) Ben Affleck (Batman) und Gal Gadot (Wonder Woman).

Und der Trailer? Da hört man zu Bildern des Batmobils und Explosionen Zitate wie „Wir als Bevölkerung der Erde haben uns nach einem Retter gesehnt“ und „Teufel kommen nicht aus der Hölle unter uns. Sie kommen aus dem Himmel.“ Zudem sieht man eine Statue von Superman, auf der „Falscher Gott“ zu lesen ist. Schlussendlich sieht man Batman und seinen Gegner Superman, der ihm vom Himmel aus entgegenschwebt. Batman fragt in gewohnter tiefer, kehliger Stimme: „Sag mir, blutest du?“ und verspricht „Du wirst bluten.“ Ende. Hach. Gänsehaut.

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(c) DC Comics

Mich erinnert das im Trailer gezeigte frappant an einen gesunden Mix aus den beiden Comics „Genosse Superman“ und „Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters“. „Genosse Superman“, für den in erster Linie Comic-Legende Mark Millar verantwortlich ist, handelt von einer Parallelwelt, in der Superman nicht, wie bekannt, in den USA, sondern in der damaligen UdSSR landete. Somit wurde er ein Held der Kolchosen, ein stählerner Superkommunist. Im Lauf der Story zerbricht der Kapitalismus, die UdSSR wird tatsächlich zu einer alles umfassenden Weltmacht, Superman der Nachfolger von Stalin. Als solcher wird er vergöttert, das Übermenschtum zur kommunistischen Propaganda, Superman ein roter Gott. Und ganz nach Stalin-Manier gibt es Statuen, Denkmäler und protzige Bauten. Superman will eine gute Welt formen, eine Welt ohne Gefahr, Krieg, Hunger, Leid. Und scheitert aber daran, weil er als Alien den Menschen seinen Willen aufzwingt. Batman ist in dieser Geschichte ein antikommunistischer Rebell, der Attentate und Anschläge verübt.

„Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters“, ein Meilenstein in der Comic-Geschichte und der zweiten goldenen Ära der DC-Comics, wurde von Frank Miller, dem Genie schlechthin in der Szene, getragen. Darin kämpft sich ein alter Batman in eine düstere und von Gewalt geprägten Welt zurück. Batman wird in der Novel als Psychopath dargestellt und hat so gar nichts von der geheimnisvollen, sagenumworbenen Superheldengestalt. Schlussendlich werden in der Story dem amerikanischen Präsidenten die Machenschaften des selbsternannten dunklen Ritters zu viel, er schickt Superman aus, um Batman zu liquidieren. Im epischen Kampf zwischen den beiden gewinnt Batman mithilfe eines speziell verstärkten Exoskeletts, stirbt jedoch an einem Herzinfarkt. Scheinbar.

Auch wenn eine direkte Umsetzung von „Genosse Superman“ im Film „Batman V Superman: Dawn of Justice“ nicht zu erwarten ist, lässt die Superman-Statue wohl ein wenig darauf schließen, dass die Welt Clark Kent zu einem Übermenschen hochstilisierte. Und der angedeutete Kampf zwischen Kent und Wayne, wie er auch in „Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ zu lesen ist, vielleicht deswegen stattfinden wird, weil sich nicht jeder Mensch mit den von Superman vielleicht auferlegten Regeln zurechtfinden mag oder mit ihm sympathisiert. Wie es ja auch der deutsche Journalist und Schriftsteller Dietmar Dath einmal so treffend formulierte: „Superman ist so, wie wir gerne wären. Batman hingegen ist so, wie wir sind. Nur besser.“ Ich freu mich auf den Film.

 

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