Neujahrsvorsatz-Vorsetzerei

Gastautor David Baumgartner (21) ist in Graz-Umgebung beheimatet und studiert Journalismus & PR. Er ist neben dem Studium als Chefredakteur bei Sturm12.at im Sportjournalismus tätig. Weiters zählt er vor allem das Land Italien und das Gitarrespielen zu seinen größten Interessen. Folgen kann man ihm auf Twitter. Für Feuilletonsern.at schrieb er, passend zum heutigen Silvestertag, einen satirischen Gastbeitrag zum Thema Neujahrsvorsätze.

Wir schreiben heute den Jahresletzten, und für Feuilletonsern.at werden heute zum ersten Mal in meiner 22-jährigen Anti-Neujahrsvorsatz-Karriere tatsächlich Neujahrsvorsätze definiert. Nicht erneut ohne Plan und Vision in das neue Jahr zu rutschen lautet das Ziel. Und ob Sie es glauben oder nicht: Ich bin für diesen Text mehrere Stunden (zweistellige Zahl!) gesessen – bereits bevor ich begonnen habe, in die Tastatur zu hämmern. Nur für die Recherche. So lange habe ich bislang noch nie gebraucht. Diese Neujahrsvorsatz-Vorsetzerei.

Es sollten keine sogenannten „Nullochtfuchzehn“-Vorsätze sein, jene von der Sorte, die jeder wählt, aber niemand einhält. Figur schmälern, Kilos reduzieren, Waschbrettbauch stählern, Alkoholkonsum auf ein Notwendiges und Unvermeidbares reduzieren. Diese Vorsätze aus der Kategorie „Standardprobleme eines durchschnittlichen Erdbewohners, dem nichts besseres einfällt“ kennen wir schon. Und die gehen eh nicht in Erfüllung.

Vorsatz 1

Nun denn. Ich möchte im Jahr 2014 die Tageszeitung Österreich etwas intensiver lesen. Der Vorsatz lautet: Immer montags. Nicht zwingend die tagesaktuelle Ausgabe, denn dieses Serviceprodukt wird meist ohnehin schon zwei Tage im Voraus produziert. Das wird lustig.

Vorsatz 2

Ich werde im Jahr 2014 nicht nach China fliegen. Ich habe nichts gegen Chinesen, gegen eine große Bevölkerung oder gegen Reis, absolut nicht. Aber ich brauche gute Vorsätze, die auch aufgehen. Mit Vorsatz eins wird es nämlich wahrscheinlich nix.

Vorsatz 3

Im Jahr 2014 möchte ich es tunlichst vermeiden, Pflanzenesser zu werden. Liebe eingefleischte Vegetarier (gibt es überhaupt eingefleischte Vegetarier?), versteht mich nicht falsch. Ich verstehe euch auch. Aber gedünstetes Gemüse schmeckt mir ab und an halt besser, wenn dazu tote und panierte Tiere serviert werden.

Vorsatz 4

Ich bin stolz, dass ich es 2013 nicht gemacht habe. Und ich werde es auch im Folgejahr nicht machen: Das Buch 50 Shades of Grey lesen. Dafür möchte ich aber im Jahr 2014 mehr Bücher rezipieren. Egal welches Genre, egal wie dick, egal welche Sprache (außer chinesisch). Nur nicht Shades of Grey. Außerdem möchte ich wieder faul sein, unbekümmert aufstehen (außer montags), Unsinn machen und Unsinn reden. Und ich möchte lachen, jeden Tag (auch montags) und weniger grantig sein.

Vorsatz 5

Und nun zum allerletzten Vorsatz: Von all den hiermit in Kraft getretenen und abgesegneten Vorsätzen möchte ich zumindest drei oder weniger erfüllen.

Unter den Feuilletonsern.at-Abonnentinnen und –enten haben sich wahrscheinlich auch die wenigsten die Neujahrsvorsatz-Vorsetzerei angetan. So tun Sie dies! Ein paar Stunden bleiben ja noch. Mögen Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Prosit Neujahr!

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