Pilsen ante portas

Zufälligerweise begab ich mich, wie vor einem Jahr, nach Pilsen, um eine Reportage über die baldige Kulturhauptstadt Europas 2015 zu schreiben. Eindrücke der Reise liest man in den folgenden Zeilen – was mir unterwegs in die viertgrößte tschechische Stadt so auffällt.

 

Wien – Brno

Die endlosen Hügel voller Wälder, die an einem vorbei ziehen, unterbrochen von weiten, grünen saftigen Grasflächen.

Der junge Vertreter des Linienbus-Bordservice, der jenen Passagieren, die bereits in Brno aussteigen, auf Englisch am Ende anstatt einer angenehmen Weiterreise einen angenehmen Flug wünscht.

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Backsteingebäude mit hübschen Schnittwerk, die sich mit neueren Plattenbauten einen engen Raum teilen.

Ein Busbahnhofvorsteher, der sein Wartehäuschen empor steigt. Seufzend einen großen Schlüsselbund aus einer seiner vielen Taschen hervor holt, umständlich daran nestelt und schließlich, nochmals seufzend, das Kämmerchen aufschließt.

Ein Passagier, der, das Gesicht voller Pflaster, sich mühsam aus dem Bus schleppt, um dann, am Gehsteig angekommen, ächzend hinzufallen und von einer Menschenmenge umringt zu werden, die ihn aber eher begafft als aufhelfen will.

Brno – Praha

Der tschechische Geschichte-Student, der neben einem sitzt und fragt, wo man denn die rote Hose, die man trägt, gekauft hat. Und am Ziel, dem Busbahnhof Florenc in Prag, schnell ein „Viel Spaß noch in Graz“ über die Lippen gehen lässt.

Der Prager Bahnhof, an dem man vorbei fährt, alt und grau. Der Verputz bröckelt an anschließenden Nebengebäuden ab, eingeschlagene Fensterscheiben gaffen einen an. Ein altes Schlachtross, dass starr und zeitlos dasteht, Menschen aufsaugt, ausspeit.

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Praha – Plzeň

Der blaue Himmel, der einem, wenn man sich stets durch die Häuserschluchten von Graz bugsiert, erstaunlich weit vorkommt, und dessen weiße Wolkenberge sich massiv und doch wunderbar leicht auftürmen.

Und schließlich Pilsen. Vertraute Umgebung, vertraute Menschen. Ankommen und erleichtert aussteigen. Begrüßt werden und selbst erfreut begrüßen. Pilsen ante portas.

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