Plzeň

Meine erste Reise nach Pilsen in Tschechien.

Während neben mir ein Pferdegespann vorbei zieht, blicke ich auf die große Kirche, die am Hauptplatz steht. Der Kirchturm baut sich vor mir auf, tausende von Stufen später und um einige tschechische Kronen ärmer blicke ich auf die Stadt. Durch das Gitter, welches Menschen vor Selbsttötung abhält, lässt sich nur schwer fotographieren.

Unten auf der Straße röhrt der Lada meines Bruders, ich sitze neben ihm. Lada besitzt nur einen Motor, und der wird in sämtliche Modelle eingebaut, mal gedrosselt, mal nicht. Übermotorisiert, meint der Fahrer. Mir taugt’s. Beim Bau des Autos war es entweder in der Früh (und so die russischen Arbeiter noch müde) oder schon gen Ende der Schicht (beim Feierabendbier). Und nur deswegen ist das Autologo vorne verkehrt ‚rum montiert.

Yuri, des Autos Name, glüht dahin, auch ich habe später das Vergnügen. Überholen, insbesondere Autos von Mercedes, BMW und sonstigen ekligen Edelmarken macht besonders Spaß. Später sitzen wir bei Utopence, eingelegen Knackern mit Paprika, Pfefferkörnern und Kraut. Schmeckt vorzüglich, dazu natürlich ein Pilsner Urquell.

Bären im Zoo, ein Haufen pro-amerikanischer Denkmäler (Plzen wurde im April 1945 von den US Forces von den Nazis befreit), lustige Marschmusik zu schwarz-weißen Videoaufnahmen, auf denen offensichtlich Nazi-Sympathisanten von befreiten Tschechen verprügelt werden, im General-Patton Museum, und mein hilfloses polnisches Dziękuję in jedweglicher Situation. Dazu wundervolle Gespräche am Balkon in der Plattenbausiedlung, Spaziergänge am nahen großen See, aufwärmen alter Geschichten, Vergangenheit spüren.

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