Straßenfußball

Berlin ist im EM-Fieber. Von einem Spiel am frühen Abend gehe ich nach Hause. In der Nähe meines Kiez spielen ein paar kleine Jungs Fußball am Gehweg. Der älteste läuft mit dem Ball auf mich zu, herausfordernd blickt er mich an. Nimm mir den Ball ab!, kreischt er vor Vergnügen. Es dauert nicht lange und ich spiele den schon geflickten Ball.

Der Kleine tänzelt um mich herum, versucht den Ball zu erwischen, doch er hat gegen mich keine Chance. Auch im Kindergarten gewann ich ständig, sehr zum Leidwesen der Kleinen natürlich. Ich muss nach Hause!, schluchzt er schließlich, nachdem offensichtlich seine Mutter vom Balkon rechts laut etwas rief. Ich spiele ihm anerkennend nickend den Ball zu und will weitergehen, da kräht er laut.

Reingelegt! Lachend läuft nun er mit dem Ball davon, zu den anderen Jungs zurück. Sein Bruder steht weinend da, umringt von den anderen. Die Mutter keift von hinten vom Balkon. Mein ehemaliger Gegner fragt gebietend was denn los wäre. Der Kleine bekommt ausser Schluchzen und Stammeln nichts heraus. Da gluckst einer neben ihm (wie gemein!), dass ihm Seran in sein, na du weißt schon geboxt hat.

Erbost wird das Kreischen der Mutter lauter, wahre Schimpftiraden kommen nun vom Balkon. Nahezu gleichzeit schreien der Frechdachs von vorher und genannter Seran Halt den Mund! nach hinten. Eilig gehe ich weiter, nun wirds mir doch zu viel. Ich wollte doch nur wieder mal mit meinen Ballkünsten angeben. Wenns schon nicht am Feld gegen Ältere oder Gleichalte klappt, warum dann nicht gegen Gegner, die einem bis zum Knie gehen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.