was mir sorgen macht

das alles ist nicht neu. das alles hat es schon oft gegeben. ein furchtbares ereignis. damit verbundene ausschlachtung, ohne ein ende, wie es scheint. medien, die sich geifernd auf „neues“ stürzen. journalisten, oder sagen wir, solche, die sich journalisten schimpfen, die belagern, einkesseln, eine meute bilden, auf der fährte nach neuem, nach noch fruchtbareren informationen rund um den todespiloten. der grausame täter, der anscheinend für den tod von sovielen menschen verantwortlich ist. sie belagern familienmitglieder, veröffentlichen bilder, stellen zusammenhänge her, wo keine sind. der boulevard zeigt sich von seiner schlimmsten, weil besten seite. das hätte eigentlich alles verhindert werden können. man hätte sich dazu entschließen können, den namen nicht zu veröffentlichen. und punkt. nichts davon wäre passiert. berichterstattung, die viele für nötig halten, sollte adäquat und angemessen sein. das ist sie aber seit bekanntgabe des namens nicht mehr.

aber dann gibt es jene unter den journalisten, die meinen, es wäre gar „weltfremd“, wenn man den namen nicht veröffentlichen würde. solche, die eigentlich großes ansehen genießen, nicht dem boulevard entspringen und vor allem große wirkung mit ihrer meinung erreichen können. zuerst war ich erstaunt, dann sorgte ich mich. doch es geht noch weiter: große, angesehene journalisten des landes führen völlig banalen und unaufregenden nichtigkeiten in diesem ganzen empörungsstrudel über die geschmacklose und hetzende berichterstattung bedeutung zu. und lenken damit, aufgrund ihrer schwerwiegenden (vorbild)rolle, massiv vom eigentlichen problem ab. macht mir sorgen. das ist neu. hat es noch nicht oft gegeben.

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