Zu Besuch beim Bundesheer

Vor kurzem kramte ich in meiner Fotolade. Und fand ein altes Bild, dass mich bei einem Besuch der Hackher-Kaserne in Gratkorn zeigt: Vor einem Panzer stehend halte ich begeistert ein StG77.

Als Kind findet man den Besuch beim Bundesheer schrecklich schön und aufregend. Heute finde ich das nur mehr gruselig und äußerst bedenklich. Gemeinsam mit meiner damaligen Klasse in der Volksschule besuchten wir die Hackher-Kaserne in Gratkorn: Uns wurde erklärt wie ein Maschinengewehr funktioniert, wir durften es anfassen und es tragen. Dann wurde uns das Panzerabwehrrohr PAR 66/79 gezeigt, ich bekam es sogar auf die Schulter. Und kann mich noch erinnern, als der Soldat neben mir sagte: „Hinter dir steht auch einer, sobald die Bazooka geladen ist, klopft er dir auf den Helm. Und dann schießt‘ auf den Panzer.“ Großes Gestaune und begeistertes „Ohh“-Gemurmle bei den Buben, mich eingeschlossen.

Das Highlight des Besuches war eine Fahrt im Panzer. Zwar in einem offenen Transportpanzer ohne Geschützturm, aber immerhin. Selbst den Mutigsten unter uns wurde ein wenig Angst und bange. Zu Mittag gab es Würstchen mit Semmeln in der Kantine. Und wir durften noch mit einem Modellpanzer Abschießen spielen. Soweit meine Erinnerungen zu diesem Tag.

Ein Besuch beim Bundesheer. Mit 10, 11 Jahren Waffen tragen. So wie es aussieht, sind diese Besuche beim Bundesheer auch heute noch im Volksschullehrplan verankert und gang und gebe. Es mag übertrieben klingen, wenn man hierbei schon von Beeinflussung spricht. Dass man es ausnützt, dass Buben und ja, auch Mädchen, in diesem Alter gerne Räuber und Gendarm spielen, sich Pfeil und Bogen basteln und gerne „schießen“ und „kämpfen“ (zumindest tat man dies noch gerne in meiner Generation).

Aber Kindern, und nichts anderes sind VolksschülerInnen, Waffen in die Hand zu geben, ihnen zu zeigen, wie man echt schießt, und „Verteidigungstricks“ zu lehren halte ich nicht nur von der pädagogischen Seite her für äußerst bedenklich.

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