Podrez Brada

Im Friseursalon. Der Barbier, so wird er wohl genannt, trägt einen grauen Schnauzer und Brille. Ein verblichener Schriftzug an der Wand, darunter Bilder, schwarzweiss. Fliegen summen herum. Ein Döslein Nivea steht neben dem Waschbecken. Er fährt mit dem Rasierpinsel in die Seife, beginnt zu schäumen, bedeckt das Gesicht eines Alten mit Schaum, hurtig, hurtig.

Schwarzer schwerer Siegelring an seinem rechten Ringfinger, Risse im Polster der Bank, auf der ich sitze. Angenehme Kühle im Raum, eine gläserne Vitrine mit altem Friseur- und Rasierzubehör steht an der Wand. Vorsichtig bedeckt, tupft er die letzten leeren Stellen rund um den Mund mit seinem Mittelfinger mit Schaum, stellt den Pinsel ab.

Potentielle Kunden treten ein, Friede sei mit dir, dauert aber noch, so sicherlich eine Stunde, vielleicht eineinhalb, sie gehen wieder, ein paar bleiben und lesen Zeitung und belanglose Magazine. Er wäscht seine Hände, trocknet sie mit einem Handtuch, beides passiert hinter einem Vorhang, der Alte wartet, er atmet durch und tritt wieder hervor. Die Klinge gezückt, die Rasur beginnt.

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